Diesmal sollte es anders sein als sonst!

Statt der touristisch üblichen Reisen mit einer Woche Safari und einer Woche Strandurlaub am Indischen Ozean wollten wir die Zeit ausschließlich in Wildschutzgebieten in Kenia verbringen. Ausgewählt hatten wir den Lake Nakuru Nationalpark und das Masai Mara Reservat.

Wir starteten nach dem Frühstück in Nairobi mit einem Landcruiser in Richtung Rift Valley.

Das Rift Valley - der ostafrikanische Graben - ist ein gewaltiger Einschnitt in die Geländeformationen und zieht sich in Nord-Süd-Richtung etwa 700 km lang durch Kenia.

Als wir den Geländeabbruch erreichten, bot sich uns ein gewaltiger Anblick. An dieser Stelle fällt das Gelände etwa 1.000 m ab, und es erstreckt sich das Valley in einer Breite von 20 - 30 km unter uns. Die nächsten Tage werden wir im Valley verbringen.

 Nakuro Nationalpark Flamingos Wir fuhren abwärts und erreichten in den Mittagsstunden den Lake Nakuru Nationalpark.
Das Parkgelände ist 188 qkm groß und umstreckt sich um den See.
Es handelt sich um einen Salzsee in einer abflußlosen Senke, dessen Wasserstand sich nach
der Ergiebigkeit von Regenfällen ändert. Es gab Zeiten, da war er ausgetrocknet.

Wir hatten dieses Ziel ausgewählt, weil hier wie nirgendwo sonst je nach Jahreszeit bis zu einer Million Flamingos leben.


Der Uferstreifen war in einigen Teilen des Sees rosa gefärbt. Eine Million sahen wir nicht - aber sicher einige Hunderttausend.

Beeindruckend war auch die Kolonie von Pelikanen, die sich zwischen den Flamingos aufhielten und mit kräftigen Flugbewegungen mehrfach ihren Standort wechselten.

         Wir waren überwältigt!
 Navasha

     
Der Park bietet eine weitere Besonderheit. Hier kann man garantiert Nashörner antreffen, was in anderen Schutzgebieten eher selten oder überhaupt nicht möglich ist.

Auch hierin wurden unsere Erwartungen nicht nur erfüllt, sondern übertroffen. Wir konnten mehrfach Nashörner für längere Zeit verfolgen und beobachten.
Der Besuch des Lake Nakuru Nationalparks hat sich in jeder Beziehung gelohnt.

Nach 2 Übernachtungen und mehreren halbtägigen Pirschfahrten setzten wir am 3. Tag unsere Reise in Richtung des Masai Mara Reservats fort.


Auf dem Weg streiften wir in unmittelbarer Nähe den Lake Navasha und entschlossen uns, ihn mit einem ungeplanten Abstecher zu besuchen.

Es handelt sich um einen Süßwassersee, der etwa 2.000 m hoch liegt und neben Flußpferden in seinen angrenzenden Wäldern etwa 500 Vogelarten beherbergt. Hier wäre der Besuch einer Insel möglich gewesen, auf der sich ein privates Wildgebiet befindet mit Tieren, die wir später in den Savannen der Mara sehen würden. Deshalb beschränkten wir uns auf eine einstündige Bootsfahrt und genossen de Stille der Natur mit Vogelbeobachtungen.

Zurück auf unserer geplanten Route erreichten wir unser Camp in der Masai Mara zur Mittagszeit.

Das Masai Mara National Reservat erstreckt sich auf einem Areal über 1.540 qkm und liegt direkt an der Grenze zu Tansania.
Es ist die nördliche Verlängerung der Serengeti. Sie ist Teil eines „grenzenlosen“ Ökosystems. Die Masai Mara bietet die größte Raubkatzendichte
der Erde.
 
Breitmaul-Nashörner Hier hat man die reelle Chance, in nur wenigen Aufenthaltstagen die
 
                     "Big Five"

zu sehen: Löwen, Leoparden, Elefanten, Nashörner und Büffel.

Wir haben sie gesehen und noch mehr dazu: das eindrucksvolle Spektakel der Überquerung des Mara Flusses von Tausenden von Gnus.


Die Wahl unseres Reisetermins im August sollte sicherstellen, dieses Schauspiel, das es in dieser Form nirgendwo sonst in der Welt gibt, zu erleben.
Die sogenannte Migration in Ostafrika ist die weltgrößte Tierwanderung. Etwa 1,5 Millionen Gnus, 500.000 Zebras, Gazellen und andere Wildtiere legen im Jahr ca. 800 km zurück. Auf der Suche nach Futter folgen sie den lokal wiederkehrenden Regenfällen. Vom Süden der Serengeti in Tansania kommend erreichen sie im Juli/August die im Norden gelegene Masai Mara in Kenia. Der Zug der Gnus, die wohlgeordnet in Zweierreihen marschieren, erreicht dabei manchmal eine Länge von bis zu 40 km.

Die Flußüberquerung ist das Highlight schlechthin. Die Tiere sammeln sich an den steilen, unwegsamen Böschungen des Flusses. Es wird geschoben, gedrängelt, zurückgewichen - unschlüssig und ängstlich - denn unten lauern die Nilkrokodile auf fette Beute.


Irgendwann trauen sie sich hinunter zum Fluß und irgendwann danach - das kann Stunden dauern - laufen sie los. Wieder ordentlich in Zweierreihen.
Gnus durchqueren den Mara-Fluß
Wir waren gebannt, fasziniert und erleichtert, als alle ohne „Verlust“
das andere Ufer erreichten und traurig, daß es ein junges Gnu nicht geschafft hat, weil es ängstlich zurückgeblieben war.


Nach 5 Tagen Aufenthalt in der Masai Mara traten wir nach dem Frühstück unsere Rückreise nach Nairobi an. Dort hatten wir noch in einem renommierten Spezialitätenlokal mit ausschließlich einheimischen Wildgerichten - soviel man wollte oder konnte - einen würdigen Abschluß für eine erlebnisreiche Reise, die alle restlos begeisterte.


 
B. + K.H. Schultheis
   

Fotos:

Werner Schindler
Helmut Klosterbecker